NZZ | Grüner Veltliner aus Österreich vermag mit anderen Rebsorten mitzuhalten
Der österreichische Winzer Lenz Moser ist ein Kämpfer für den Grünen Veltliner. Er vergleicht seine Weine gern mit Beispielen aus anderen Rebsorten. Sie schneiden oft gut ab und beweisen in solchen Degustationen ihre Qualität und ihr Potenzial.
Der umtriebige Winzer Lenz Moser aus Österreich setzt sich seit Jahrzehnten für den einheimischen Grünen Veltliner ein. Seine Familie war es gewesen, die in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Einführung der sogenannten Hochkultur für die stärkste Verbreitung der Sorte gesorgt hatte. Zwar hat die Rebfläche in den letzten Jahren abgenommen. Aber Grüner Veltliner ist und bleibt die wichtigste Weissweinsorte des Landes. Von der Qualität ist Moser seit ehedem überzeugt. Mit dem Winzer Markus Huber aus dem Traisental hat er nun ein neues Projekt lanciert: New Chapter Grüner Veltliner.
Neue, internationale Ausrichtung
Das Duo will vor allem ein internationales Publikum ansprechen und einen modernen Wein erzeugen, der sowohl seine spezifischen Eigenschaften wie etwa die pfeffrige Aromatik zeigt als auch Elemente wie Eleganz, Komplexität, Kraft und Vergnügen einbringt. Um einen Benchmark zu haben, stellt Moser seine Weine gern in eine Reihe mit anderen stilprägenden Beispielen aus aller Welt – so auch den New Chapter Grünen Veltliner.
Namentlich der aromatisch vielschichtige, mittelschwere, finessenreiche, zugängliche 2024er hat mich überzeugt. Der Wein schnitt in einer Blindverkostung besser ab als etwa Chardonnay-Crus aus Argentinien, Australien oder Südtirol. Lediglich der Chablis Montmains Premier Cru 2023 der französischen Domaine William Fèvre erhielt eine höhere Bewertung. Den New Chapter Grüner Veltliner gibt es in der Schweiz lediglich in der Magnum. Derzeit ist der 2023er von Lenzmark Wines erhältlich.
49 Franken für die Magnum; moevenpick-wein.com.
Moser und Huber wollen sich indes nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Das Ziel: mehr Eleganz in die Grünen Veltliner zu bekommen. So enthält ihr neuer Wein New Chapter Grüner Veltliner Elevated 2025 einen Anteil von 13 Prozent an Riesling. Er präsentiert sich in der Nase aromatisch mit einer würzigen Note, ist am Gaumen trocken, druckvoll, aber schlank und elegant. Puristen beurteilen diese Cuvée und damit eine Vermischung von zwei Trauben, die sonst reinsortig vinifiziert werden, skeptisch. Andere Beobachter sehen darin durchaus eine Möglichkeit, eine neue Kundschaft anzusprechen. Die Zukunft wird zeigen, auf welche Seite das Pendel ausschlägt.